Kontakt in der Gestalttherapie– Warum dich manche Themen einfach nicht loslassen
- Romina Raabe
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ein Gedanke, ein Gefühl, ein Thema taucht immer wieder auf, egal wie oft du es dir schon abgeschaut hast. Vielleicht hast du sogar verstanden, woher es kommt. Und trotzdem lässt es dich nicht los.
In der Gestalttherapie schauen wir dann nicht zuerst auf das Was, sondern auf das Wie: Wie zeigt sich dieses Thema immer wieder? Wie ist dein Kontakt – zu dir selbst, und zu den Menschen um dich herum?
Was ist eigentlich Kontakt?
Kontakt ist mehr als miteinander reden. Kontakt ist Fühlung – zu dir selbst, zu anderen Menschen, zu allem, was gerade da ist. Kontakt passiert nicht in der Erinnerung und nicht in der Zukunft, sondern nur im Hier und Jetzt.
Ein schöner Satz beschreibt ihn so: "Das Selbst ist die Kontaktgrenze in Bewegung." Wer du bist, zeigt sich nicht in Isolation, sondern immer im lebendigen Austausch: im Kontakt zu dir selbst – deinen Gefühlen, deinem Körper, deinen Bedürfnissen. Und im Kontakt zu anderen – in echter, authentischer Begegnung.
Beides gehört untrennbar zusammen. Guten Kontakt zu anderen zu haben, gelingt selten, wenn der Kontakt zu dir selbst fehlt. Und oft ist es umgekehrt genauso: Erst im Kontakt mit einem echten Gegenüber finden wir wieder zurück zu uns selbst.
Der Kontakt zwischen dir und mir
Genau hier setzt auch meine Arbeit als Gestalttherapeutin an. Ich bin da als echtes, greifbares Gegenüber gegenüber – nicht als neutrale, distanzierte Fachperson. Ich teile dir mit, wie mich das, was du erzählst, berührt und wie ich dich und mich selbst im Kontakt mit dir wahrnehme.
Dieses ehrliche Gegenüber-Sein ist eine der wichtigsten Grundlagen der Therapie. Aus einem solchen Kontaktangebot heraus kannst du neue, wertschätzende, ehrliche und lebendige Beziehungserfahrungen machen, manchmal zum ersten Mal.
Der Philosoph Martin Buber, dessen Gedanken die Gestalttherapie stark geprägt haben, unterschied zwischen zwei Arten, einem anderen Menschen zu begegnen: ihn als Objekt zu behandeln – zu analysieren, einzuordnen, zu benutzen ("Ich-Es"- Kontakt). Oder ihm wirklich zu begegnen, als eigenständiges Gegenüber, im echten Moment ("Ich-Du"- Kontakt).
Genau diese zweite Haltung, die echte Begegnung, möchte ich dir in der Therapie anbieten.
Die Kontaktwelle: der organische Rhythmus eines Bedürfnisses
Wie jeder Kontakt hat auch jedes Bedürfnis einen natürlichen Ablauf – wir nennen ihn die Kontaktwelle. Sie beschreibt wie der Kontakt zu dir selbst stattfindet, wenn ein Bedürfnis aufkommt. Anhand von den verschiedenen Phasen kannst du verorten wo der Kontakt zu dir und deinem Bedrüfnis abbricht. Hier ein Beispiel:
Ein Bedürfnis taucht auf (z. B. Nähe, Ruhe, Gehörtwerden). Du merkst: "Ich brauche gerade jemanden zum Reden."
Du gehst in Kontakt damit (z. B. du rufst eine Freundin an oder sprichst jemanden direkt an statt dich zurückzuziehen).
Du lässt es (wirklich) an dich ran und wieder los (z. B. du lässt dich trösten, statt "ist schon okay" zu sagen und lässt das Gespräch danach auch wieder los, statt darüber zu grübeln).
Du spürst nach (z. B. du merkst, wie sich dein Körper entspannt, wie ein Druck von der Brust weicht).
Wenn diese Welle ihren ganzen Weg gehen kann, dann schließt sie sich von selbst und du bist frei für das nächste Bedürfnis bzw kannst weiter präsent im Jetzt sein ohne, dass dich etwas im Hintergrund weiter beschäftigt.
Wenn die Welle steckenbleibt
Manchmal bleibt die Welle irgendwo hängen. Entweder du spürst das Bedürfnis gar nicht erst richtig. Oder du gehst zwar hin, lässt es dich aber nicht wirklich berühren. Oder deine Welle bricht ab, bevor du das Erlebte innerlich wirklich "verdaut" hast.
Genau das sind dann oft die Themen, die immer wiederkommen – nicht, weil etwas mit dir nicht stimmt, sondern weil an dieser einen Stelle der Kontakt gefehlt hat. Häufig zeigen sich genau diese alten Muster auch im Kontakt mit mir: Wie du dich mir gegenüber verhältst, was du dir zutraust zu zeigen, wo du dich zurückziehst – all das kann in der geschützten Beziehung zwischen uns sichtbar werden und sich neu erfahren lassen.
Was das für dich bedeuten kann
Du musst nicht direkt wissen, wo bei deine Welle "stecken bleibt". Es reicht, dich erstmal der Frage zu widmen: Gibt es etwas, das mich immer wieder einholt? Und wie ist eigentlich mein Kontakt zu mir selbst, und zu den Menschen, die damit zu tun haben?
Das allein ist schon ein erster Schritt zurück in Kontakt.
Wenn du das Gefühl hast, dass du dabei Begleitung gebrauchen könntest, melde dich gerne bei mir. Ich biete dir einen echten Kontakt an, aus dem heraus du dich selbst und andere neu erfahren kannst.




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